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Herrenessen 2009 - mit Prof. Dr. Jürgen Falter

jj Lüneburg. Das Seminaris Hotel wurde fünf Wochen nach der Bundestagswahl gestern Abend noch einmal zum Wahlstudio. Es gab Fakten, Fakten, Fakten. Der Verein Lüneburger Kaufleute hatte zum 35. Herrenessen gebeten, und 220 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung hörten vor dem Menü einen der großen Wahlanalytiker der Republik: Prof. Dr. Jürgen Falter. Der Politikwissenschaftler der Uni Mainz setzte zum Parforceritt an über den Wählerwillen und Wählerauftrag, zeigte Deutungshoheit.

Und Prof. Falter ließ nichts aus, hatte immer ein paar Zahlen parat: Ob zum historischen Absturz der SPD, "er schadet der Republik" wie der langsame Abschied von den Volksparteien generell. Ob zu Kanzlerin Angela Merkel, die Vertrauen genießt und mit Kontinuität für die CDU punktete, "die Deutschen mögen keine Reformen", ob zu treuen alten Wählern oder zum riesigen Heer der jungen Nichtwähler.

Der Koalitionsvertrag aber, der nun ausgehandelt wurde, er sei vor allem eine Anhäufung von Absichtserklärungen und Prüfaufträgen und wenig festen Willensbekundungen. Die wichtigste Formulierung stehe, so Falter, angesichts der schon astronomischen Schulden auf Zeile 726: der Finanzierungsvorbehalt. "Darauf wird Finanzminister Schäuble pochen." Falter ist sich sicher: FDP und CDU müssen manche Friedenspfeife rauchen. Die Pfeifen fehlten auch nicht nach dem Mahl beim Herrenessen. Wenngleich die Köpfe schon nach dem Fakten-Spektakel rauchten. Wie sagte es Kaufleute-Präsident Martin Aude: "Was für ein Feuerwerk!"

(Quelle: Landeszeitung Lüneburg, 31.10.2009; vielen Dank!)


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