Sehr geehrter Kunde,

unsere Internetseite ist auf Internet Explorer ab 7.0+ optimiert. Sie nutzen zur Zeit einen veralteten Internet Explorer. Bitte laden Sie hier die aktuelle Version kostenlos aus dem Internet herunter.


Download Internet Explorer

Herrenessen 2012 - mit Dr. Ulf Merbold

"Wir alle haben die ethische Verpflichtung, diese Erde zu erhalten für unsere Kinder. Wir haben sie nur geliehen." Mit diesem Appell entführte Dr. Ulf Merbold die Lüneburger Kaufmannschaft in die Weiten des Alls. Sie hätte sich für diesen Ausflug in die Schwerelosigkeit keinen besseren Reiseleiter wünschen können als Dr. Merbold, der als einziger deutscher Astronaut zur Crew bei drei Weltraum-Missionen gehörte.

Der Verein Lüneburger Kaufleute hatte Freitagabend den heute 71 Jahre alten Physiker als Redner für das traditionelle Herrenessen gewonnen, das war zugleich Abschluss des Doppel-Jubiläumsjahres des spendablen Vereins, der Lüneburg einen Brunnen auf dem Platz Am Sande bauen will.

Auch einige Damen waren mit von der Weltraumpartie der gut 200-köpfigen Runde im Hotel Seminaris, als Merbold davon erzählte, was ein Astronaut an Bord einer Raumstation treibt, aber natürlich auch im Alltag auf der guten alten Mutter Erde (siehe auch Interview).

Kaufmanns-Präsident Martin Aude hatte die Runde zum mittlerweile 38. Herrenessen begrüßt, darunter: Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, Bundestagsabgeordneter Eckhard Pols, Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers, Landrat Manfred Nahrstedt, Bürgermeister Andreas Meihsies sowie die Präsidenten des Arbeitgeberverbandes und der Handwerkskammer, Heiko Westermann und Rolf Schneider.

Referent Merbold sieht das Weltall als ideales Labor, um besser zu verstehen, wo wir herkommen, wo wir hingehen und auch, wie wir die Erde gefährlich verwandeln. Er zeigte zwei Bilder vom Tschadsee in Afrika, aus 300 Kilometern Höhe aufgenommen, zwischen denen zwanzig Jahre liegen. Der See verlandet. "Eine Katastrophe für die Menschen dort. Und alle Wissenschaftler sind gefordert, solche Zusammenhänge zu erleuchten."

In der Astronomie- und Physikstunde unterhielt Merbold aber auch mit den Fallstricken der Schwerelosigkeit im All. "Man müsste eigentlich viele Hände haben, um alles festzuhalten." Und es sei richtig ärgerlich, wenn man Hunger habe, aber erst ein ganzes Raumschiff nach einem Dosenöffner durchsuchen müsse, weil der einfach entschwebt sei.

Die Sorgen waren im Seminaris unbegründet. Um das Wohlbefinden kümmerten sich die vielen guten Geister des Hotels, die nach dem Vortrag Rindersaftbraten in Barolosauce mit Burgunderkraut und Kartoffelklößen servierten und zum süßen Finale Hamburger "Rode Grütt" mit Vanilleeis und flüssiger Sahne.

Selbst in Zeiten strenger Nichtrauchergesetze machte das Hotel die löbliche Ausnahme und ließ die Runde nach dem Mahl aus Chefkoch Graumüllers Küche ihre Tonpfeifen wenigsten an den Tischen im Festsaal stopfen. Geraucht wurde in der Raucherlounge. Herrenessen ohne Tabak-Kollegium, das geht nicht, genauso wenig wie ohne angeregte Gespräche bei einem Pfeifchen, dem einen oder anderen Bierchen und Jägermeister, und das bis weit nach Mitternacht. Für die sichere Heimfahrt sorgte schließlich das Autozentrum Havemann mit Limousinen nebst Chauffeuren. szmtag

(Quelle: Landeszeitung Lüneburg, 31.10.2012; vielen Dank!)


zurück