Sehr geehrter Kunde,

unsere Internetseite ist auf Internet Explorer ab 7.0+ optimiert. Sie nutzen zur Zeit einen veralteten Internet Explorer. Bitte laden Sie hier die aktuelle Version kostenlos aus dem Internet herunter.


Download Internet Explorer

Herrenessen 2014 - Herrenessen mit leichter Frauenquote

Lüneburger Kaufleute und Gäste tafeln im Hotel Seminaris – ARD-Korrespondent Armbruster widmet sich einem ernsten Thema

Eine Frauenquote von 30 Prozent in den Führungsetagen großer Unternehmen und im Öffentlichen Dienst will die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag in Gesetzesform gießen. 2016 soll es soweit sein. Bei besagten 30 Prozent ist das Herrenessen der Kaufleute auch in seiner 40. Auflage längst nicht gelandet, aber die Schar der Damen, diesmal 17 an der Zahl, an der festlichen Tafel im Hotel Seminaris wird stetig etwas größer. Und bis 2016 ist es auch noch ein wenig hin.

Die Herren, allesamt gewandet in dunkle Anzüge, stellten am Abend gewiss wieder den Löwenanteil der 220-köpfigen Tafelrunde. Aber wer weiß, ob sich der traditionsreiche Verein Lüneburger Kaufleute den Zeichen der Zeit und des demografischen Wandels nicht doch
alsbald stellen und zu einer Umbenennung entschließen wird – etwa indem er das „Herren“ vor seinem Essen dereinst ersatzlos streicht.

Martin Aude, seines Zeichens Präsident der Kaufmannschaft, hatte bei seiner Begrüßungsansprache jedenfalls – neben den ungenannt gebliebenen Kauffrauen unter den Kaufleuten – die Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze, die stellvertretende Landrätin Nicole Ziemer und eine Reihe von Damen aus Kreistag, Stadtrat und Verwaltung auf seinem Ehrengäste-Zettel. Den Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge sowieso, die Präsidenten von Industrie- und Handelskammer sowie Arbeitgeberverband, Olaf Kahle und Heiko Westermann, nicht minder.

Besonders wandte sich Martin Aude freilich dem Festredner des 40. Herrenessens, Jörg Armbruster, zu. Der renommierte und preisdekorierte ARD-Nahostkorrespondent, der für seine gefährliche Arbeit in den Krisengebieten vergangenes Jahr um ein Haar mit dem Leben bezahlt hätte, als er in der Stadt Aleppo im Bürgerkriegsland Syrien am 29. März angeschossen und schwer verletzt wurde. Das Gesicht des heute 66-Jährigen kennt wohl so ziemlich jeder Fernsehzuschauer von Armbrusters vielen Reportagen und Berichten für die ARD. Immer wieder unter dramatischen Umständen, wie etwa bei den Live-Bildern aus Kairo vom Sturz des ägyptischen Langzeitherrschers Mubarak im Jahr 2011. Armbruster, journalistischer Begleiter des anfangs mit großen Hoffnungen verbundenen „Arabischen Frühlings“, der nun sein Ende zu finden scheint in entsetzlichen Kriegen und der Blutspur des Terrors, widmete sich eben
dem Thema: „Die gescheiterte Revolution – sind die Dschihadisten die Sieger?“. Die Einschätzungen und Einordnungen des gebürtigen Tübingers auch zu den selbst ernannten Gotteskriegern haben wir auf nebenstehender Seite im „Interview der Woche“ abgedruckt.

Die Kaufmannschaft lauschte dem Vortrag zu dem „bewusst gewählten geopolitischen Thema, das die Welt bewegt“, wie Martin Aude sagte, gespannt und konzentriert. Um sich nach der Diskussion mit Armbruster dann gemeinsam zu laben – an Entenbrust mit Waldpilzen und Mandelcrème nach Art der Welfen. Getränke, auch gern alkoholische, dürfen beim Herrenessen ohnehin nie fehlen. Die ersten beiden Runden Bier spendierte Holsten-Gebietsverkaufsleiter Andreas Schwarz, diverse Verdauungs-Magenbitter die Firma Jägermeister.

Beim folgenden Tabakkollegium, bei dem traditionell die weißen Tonpfeifchen nicht nur gestopft, sondern tatsächlich auch geraucht werden dürfen, weil das Seminaris dafür eine einmalige Qualm-Ausnahme macht, nahm die Fröhlichkeit der großen Runde noch beträchtlich zu. Wer es zu guter Letzt am frühen Sonnabend nicht mehr schaffte, eine promillefreie Mitfahrgelegenheit zu finden oder ein Taxi zu ergattern, den brachte eben der Audi-Shuttleservice des Lüneburger Autozentrums Wolter sicher nach Hause.

(Quelle: Landeszeitung Lüneburg; 01.11.2014; vielen Dank!)
zurück